Zahlenrätsel, IQ- und EQ-Aufgaben für intelligente Köpfe

Emotionale Intelligenz: Aufgaben für Erwachsene

In diesem Abschnitt stelle ich Ihnen einige EQ-Aufgaben aus meinem Buch “Emotionale Intelligenz”, die Ihnen zeigen, wo die Potenziale Ihrer emotionalen Intelligenz liegen und wie Sie durch Test und Training diese Potenziale noch besser umsetzen können als bisher. Bestimmt werden Sie viel über sich erfahren und Bereiche entdecken, in denen Sie Ihre Stärken noch bewusster wahrnehmen und bestimmte Schwächen klarer benennen und ausgleichen können.

Reaktionen im Gespräch

Die Gesprächstherapie, auch non-direktive Gesprächsführung genannt, bemüht sich darum, ein Gespräch so aufzubauen, dass man relativ wenig von sich selbst erzählt, sondern bemüht ist, dem Gesprächspartner möglichst viel Freiraum zu gewähren. Wenn man keinen direkten Ratschlag geben kann, der das Problem des Gesprächspartners löst, empfiehlt es sich,solche Techniken anzuwenden. Die Entlastung, einfach mal jemanden zu haben, der einem bei Sorgen zuhört, ist erstaunlich groß, selbst wenn sich durch das Gespräch das eigentliche (oft unlösbare) Problem nicht lösen lässt.

Für die Praxis lassen sich grob zwei Arten von Reaktionen unterscheiden: hemmende, die den Gesprächsfluss des Gesprächspartners abblocken, und fördernde, die ihn aufmuntern, mehr von sich zu erzählen.

Aufgabe: Zu jeder der folgenden Situationen beschreiben Sie die Gefühle der betroffenen Person sowie die fördernden Aussagen. Fördernd ist alles, was den Gesprächspartner anregt, weiter über sein Problem zu berichten, ohne dass man gleich Ratschläge oder Lösungstipps gibt. Auch Versuche, das Problem zu verniedlichen, sind keinesfalls fördernd.

Situation 1. Eine junge, attraktive Auszubildende hat eine Abtreibung vornehmen lassen, da sie sich von ihrem Freund getrennt hat und das Baby nicht in ihre Lebensplanung passt. Diese Entscheidung ist ihr alles andere als leicht gefallen.

Bitte entscheiden Sie, welche der folgenden fünf Aussagen gesprächsfördernd ist.

1. „Nun hören Sie mal auf, sich da ständig Gedanken zu machen; konzentrieren Sie sich auf Ihre Arbeit, das lenkt Sie von trüben Gedanken ab. Ist ja ohnehin nicht mehr zu ändern.“
a. hemmend
b. fördernd

Lösung:

2. „Schade, dass Sie das Kind nicht bekommen haben, es wäre bestimmt ein süßes Baby gewesen.“
a. hemmend
b. fördernd

Lösung:

3. „Sie wirken in letzter Zeit so traurig. Möchten Sie darüber reden, was Sie bedrückt?“
a. hemmend
b. fördernd

Lösung:

4. „Ach je. Nun seien Sie mal nicht so traurig. Sie können ja später immer noch genug Kinder in die Welt setzen.“
a. hemmend
b. fördernd

Lösung:

5.„Diese Welt ist sowieso total überbevölkert. Das war die richtige Entscheidung.“
a. hemmend
b. fördernd

Lösung:

Situation 2. Ein 28-jähriger, lediger Bekannter von Ihnen ist von der Natur nicht gerade mit Schönheit gesegnet worden. Er hat ein rundliches Gesicht, eine knollige Nase und abstehende Ohren. Nach einigen frustrierenden Erfahrungen traut er sich mehr an das andere Geschlecht heran, obwohl er sich eine Partnerin wünscht.

1. „Hey, stellt dich nicht so an, in der Liebe kommt’s doch nicht nur auf Schönheit an. Bleib cool.“
a. hemmend
b. fördernd

Lösung:

2. „Du könntest dich beim Film in der Horrorabteilung bewerben und wenn du damit berühmt und reich wirst, dann klappt es auch mit den Mädchen.“
a. hemmend
b. fördernd

Lösung:

3.„Wie wär’s denn mit Gesichtschirurgie? Da gibt es doch heute jede Menge Möglichkeiten.“
a. hemmend
b. fördernd

Lösung:

4.„Was glaubst du, worauf kommt es bei einer Partnerschaft an?“
a. hemmend
b. fördernd

Lösung:

5. „Ich bin auch nicht der/die Schönste und habe trotzdem einen Partner gefunden. Ist doch der beste Beweis, dass es trotzdem klappen kann.“
a. hemmend
b. fördernd

Lösung:

Sinneseindrücke

Bei dieser Aufgabe sollen Sie sich zunächst eine bestimmte Emotion vorstellen, sie empfinden oder auf Erfahrungen mit dieser Emotion zurückgreifen. Dieses Gefühl sollen Sie dann einer Assoziation zuordnen. Sie werden aufgefordert, ohne langes Überlegen, ganz spontan aus drei Auswahlmöglichkeiten eine zu nennen.

Aufgabe: Versetzen Sie sich bitte in jeder der folgenden Situationen so gut wie möglich in das jeweilige Gefühl. Beantworten Sie bitte jede Frage, so gut es geht, auch wenn Sie sich das jeweilige Gefühl nicht vorstellen können.

1. Sie sind momentan arbeitssuchend. Nach zwei erfolgreichen Vorstellungsgesprächen hoffen Sie auf mindestens ein Jobangebot. Welcher Assoziation entspricht dieses Gefühl?
a. grün
b. Stein
c. Tür

Lösung:

2. Sie sind vor der bevorstehenden Prüfung sehr angespannt. Welcher Assoziation entspricht dieses Gefühl?
a. Brille
b. Bogen
c. Schlamm

Lösung:

Veränderungen

Ihnen werden verschiedene Szenarien vorgelegt, für die Sie die am besten passende Option, wie sich die entsprechende Emotion verändern könnte, aus je fünf Antwortalternativen aussuchen sollen.

Aufgabe: Bitte wählen Sie die am besten passende Option aus.

1. Pia hat etwas schlecht gemacht und fühlte sich zunehmend mies. Ihr Selbstvertrauen war im Keller. Kurz darauf fühlte sie sich …
a. besorgt
b. erleichtert
c. nutzlos
d. am Boden zerstört
e. zornig

Lösung:

2. Robert konnte sich nach einer langen Beziehung zu Inga ein Leben ohne sie nicht mehr vorstellen. Doch sie trennte sich von ihm. Er war überrascht, dass Inga sich nach einiger Zeit bei ihm meldete. Vor seinem Treffen mit Inga war er …
a. ungerührt
b. verzweifelt
c. gespannt
d. wachsam
e. interessiert

Lösung:

Umgang mit Emotionen

Mit diesen Übungen wird versucht, herauszufinden, wie gut die Fähigkeit einer Person ist, eigene Emotionen in die Entscheidungsfindung adäquat miteinzubeziehen.

Aufgabe: Beurteilen Sie jede der vier Reaktionen auf eine Situation auf einer Skala von a (sehr
unwirksam) bis e (sehr wirksam).

1. Karin ist verzweifelt. Ihr Freund, mit dem sie seit mehreren Jahren zusammen ist, spricht mit ihr nicht über seine Gefühle. Er scheint sich nicht sicher zu sein, was er will, erzählt oft von seiner Ex-Freundin und zieht sich ab und zu zurück, weil er Zeit zum
Nachdenken braucht. Karin möchte eine Familie gründen und Kinder haben. Wie sehr würde jede der folgenden Reaktionen dazu beitragen, dass Karin sich besser fühlt?

Reaktion 1: Karin denkt über ihre Beziehung nach und stellt fest, dass sie ihr viel Kraft raubt und sie unglücklich macht. Ihr Freund tut ihr nicht gut. Daher entscheidet sie sich, sich von ihm zu trennen.
a. sehr unwirksam
b. etwas unwirksam
c. neutral
d. etwas wirksam
e. sehr wirksam

Lösung:

Reaktion 2: Karin zieht Bilanz. Was hat sie erreicht? Was würde sie gern erreichen? Was hindert sie daran, es zu erreichen? Was kann sie ändern und was müsste dazu passieren? Sie entscheidet sich, mit ihrem Freund über ihre Zukunftspläne zu reden.
a. sehr unwirksam
b. etwas unwirksam
c. neutral
d. etwas wirksam
e. sehr wirksam

Lösung:

Reaktion 3: Karin lässt ihren Freund nicht mehr in ihre Nähe und gewinnt dadurch Abstand. Sollte ihr Freund sich nicht bald melden, verlässt sie ihn.
a. sehr unwirksam
b. etwas unwirksam
c. neutral
d. etwas wirksam
e. sehr wirksam

Lösung:

Reaktion 4: Karin macht sich keine Gedanken über ihre Beziehung. Letztendlich hat ihr Freund nicht die Aufgabe, sie glücklich zu machen. Sie versucht, ihr Leben selbstständig und alleine so zu gestalten, dass es ihr gut geht.
a. sehr unwirksam
b. etwas unwirksam
c. neutral
d. etwas wirksam
e. sehr wirksam

Lösung:

2. Maria hat ein Problem mit ihrer Kollegin Anna, weil diese sich im Büro unangemessen benimmt. Sobald Anna etwas nicht passt, schreit sie Maria und andere Kolleginnen an. Der Vorgesetzte kümmert sich nicht darum. Er ist mit Annas Leistung sehr zufrieden und das ist für ihn die Hauptsache. Der Betriebsrat kann auch nichts bewirken. Wie sehr würde jede der folgenden Reaktionen von Maria zu einem friedlichen Zusammensein mit Anna beitragen?

Reaktion 1: Maria macht sich Gedanken und kommt zum Schluss, dass Anna möglicherweise stark unter Druck steht und gar nicht weiß, wie sie ihre Arbeit bewältigen und es dem Chef immer recht machen soll. Maria merkt, dass Annas Verhalten nicht persönlich gemeint und eher ein Hilfeschrei als ein Angriff auf sie ist.
a. sehr unwirksam
b. etwas unwirksam
c. neutral
d. etwas wirksam
e. sehr wirksam

Lösung:

Reaktion 2:Maria versucht, einerseits Mitgefühl für Anna zu haben und ihr liebevoller zu begegnen, andererseits nimmt sie sich Zeit, um eigene Aggressionen zu hinterfragen.
a. sehr unwirksam
b. etwas unwirksam
c. neutral
d. etwas wirksam
e. sehr wirksam

Lösung:

Reaktion 3: Maria verlässt den Raum, wenn Anna wieder schreit.
a. sehr unwirksam
b. etwas unwirksam
c. neutral
d. etwas wirksam
e. sehr wirksam

Lösung:

Reaktion 4: Maria denkt darüber nach, dass es menschlich ist und befreiend sein kann, seine Aggressionen rauszuschreien. Beim nächsten Mal schreit sie Anna auch einmal an.
a. sehr unwirksam
b. etwas unwirksam
c. neutral
d. etwas wirksam
e. sehr wirksam

Lösung: