Zahlenrätsel, IQ- und EQ-Aufgaben für intelligente Köpfe

Bildgeschichten für die Entwicklung der sozialen Intelligenz von Kindern

Unveröffentlichtes Material. Bestellungen und Anfragen gerne per E-Mail: irina_bosley@yahoo.de

Mit Hilfe seiner sozialen Intelligenz kann sich ein Mensch in andere Personen hineindenken und so die Folgen seiner Entscheidungen und Handlungen einschätzen. Ebenso kann er seine soziale intelligenz einsetzen um die Handlungen, Entscheidungen und Wünsche der anderen verstehen und sich entsprechend verhalten. Für eine effektive Kommunikation zwischen Mitmenschen ist dies notwendig. Die Fähigkeiten, mit anderen mitzufühlen, sie zu verstehen und zu beeinflussen gelten gemeinhin als Kennzeichen sozialer Intelligenz.

Die Entwicklung eines situationsgerechten Sozialverhaltens seit langem ein wichtiges Thema in der Kindererziehung. Bereits im Kindergarten werden einem Kind Grundlagen für ein selbstverantwortliches Leben und ein erfolgreiches Berufsleben vermittelt. Unter dem Sozialverhalten versteht man Verhalten im Umgang mit anderen Menschen, einzeln oder Gruppen.

Anna und der Federball

Aufgabe: Schau dir die folgende Bildgeschichte an. In der zweiten Reihe werden dir vier verschiedene Szenarien vorgelegt, die diese Geschichte ergänzen können. Welches Bild ist für dich die am besten passende Option? Bitte entscheide dich für ein Bild.

Übersicht
Zwei Jungen spielen auf einer Wiese Badminton. Anna kann dieses Spiel sehen. Als der Federball in ihrer Nähe fällt, steht Anna auf, hebt ihn und reicht ihn einem Jungen, der zum Federball angerannt kommt. Was macht der Junge? Er äußert Unmut über Ihre Hilfe, schubst sie ein bisschen und nimmt ihr den Federball aus der Hand. Dass irritiert Anna. Sie gibt dem Jungen den Federball und spielt weiter. Die Jungen setzen ihr Spiel fort. Wieder fällt der Federball in der Nähe von Anna. Anna dreht sich um, schaut kurz dem Federball nach, zögert, dreht sich wieder um und spiel weiter.

Was ist in dieser Geschichte zu sehen? Zwei Kinder befinden sich in einem Prozess des gegenseitigen Verstehens, das sie kompetent meistern. Anna hebt den Federball auf, weil sie davon ausgeht, dass der Junge ihn verloren hat und gerne wiederhaben möchte. Der Junge möchte aber den Federball selbst aufheben oder jedenfalls nicht aus der Hand geben, denn er ist der besitzen vom Federball. Mit dem Handeln von Anna ist er nicht einverstanden und zeigt das auch. Durch seine eindeutige Botschaft „Das ist meins! Gib den Ball her!“, unterstützt mit einem Schubs, lernt Anna, dass ihr in anderen Situationen durchaus erwünschtes Verhalten (anderen helfen) diesmal nicht angemessen ist. Es ist wohl besser, sich daraus zu halten. Die zweite Wiederholung der Situation verläuft ohne Zwischenfälle, weil das Missverständnis geklärt wurde.

Die Reaktion „Anna schaut kurz dem Ball nach, dreht sich dann wieder und spielt weiter“ ist als sehr wirksam einzustufen.

Samuel und seine Tricks

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Übersicht
Anton ist ein sehr ehrgeiziger Schüler. Er soll für die Schule einen Vortrag vorbereiten, mit dessen erfolgreichen Abwicklung er sich profitieren könnte. Aus diesem Grund ist es ihm ein großes Anliegen, diesen Vortrag anzufertigen. Da er das nicht selber kann oder will, schmeichelt er sich bei seinem kleinen Bruder Samuel ein: „Du bist ein absolute Experte! Das machst du mit links! Ich brauche dich!“ Samuel kann dieser Schmeichelei nicht widerstehen. Er sagt zu, obwohl er dafür eigentlich keine Zeit hat, weil er seine eigenen Hausaufgaben machen muss. Samuel hat ein ungutes Gefühl. Er beruhigt sich erst einmal damit, dass er bis zur Abgabe noch etwas Zeit hat. Obwohl beide sich nicht wohl bei der Sache fühlen, kommt es zwischendurch zu keiner offenen Absprache. Kurz vor dem Abgabetermin stellt sich fest, dass Samuel es nich geschafft hat, für Anton einen Vortrag vorzubereiten. Anton ist zutiefst enttäuscht: „Wie konntest du mich im Stich lassen!“

Wie verhält sich Samuel? Er lässt die Vorwürfe von Anton ziemlich unglücklich über sich ergehen und fühlt sich in deiner eigenen Einschätzung seiner Fähigkeiten bestätigt: „Ich bin ein Versager!Ich kriege es einfach nicht gebacken!“. Auch Anton denkt, dass er sich auf Samuel nicht verlassen kann: „Hätte ich den Vortrag selber gemacht, dann hätte es wenigstens geklappt!“. Das zwischen Anton und Samuel ein manipulatives Spiel abgelaufen ist, war sicher nicht schwer zu erkennen.

Die Reaktion „Samuel geht es nicht gut. Er meint aber, dass Anton zukünftig seine Vorträge selbst vorbereiten soll.“ ist als sehr wirksam einzustufen.

Eine große Enttäuschung von Leonie

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Übersicht
Leonie freut sich über ihr neues Kleid. Auch ihre Freunde finden Ihr Kleid sehr hübsch. Draußen hat es stark geregnet und Leonie muss vorsichtig sein, um ihr Kleid nicht schmutzig zu machen. Doch ihre Stimmung wird betrübt, weil zwei Jungs beim Spielen neues hübsches Kleid mit dem dreckigen Wasser aus der Pfütze bespritzen. Die Jungs entschuldigen sich bei der weinenden Leonie. Doch wie soll sie sich verhalten?

Lernen, wie man sich richtig und aufrichtig entschuldigt ist für lang anhaltende Beziehungen die entscheidende Fähigkeit. Das Entschuldigen ist eine Art Rechtsprechung. Jemand hat einen Fehler gemacht, ein anderer verzeiht ihm. Danach können sich beide erneut auf Augenhöhe begegnen.

Leonie ist zwar verärgert, aber sie akzeptiert die Entschuldigung der Jungen, die sie mit dem Dreck bespritzt haben. Es ist doch nicht schlimm, dass das Kleid schmutzig geworden ist. Es kann ja gewaschen werden.

Die Reaktion „Leonie ist sauer. Jedoch hat sie Verständnis, dass sein nicht absichtlich geschupst wurde.“ ist als sehr wirksam einzustufen.

Tobias wird Zeuge eines Unfalls

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Übersicht
Zivilcourage ist keine Tugend oder persönliche Eigenschaft. Zivilcourage ist eine Verhaltensweise, die man sich im Laufe des Lebens aneignet. Maßgeblich für erfolgreiches zivil couragiertes Handeln sind einerseits die individuellen Moral- und Wertvorstellungen als Grundlage.

Tobias wird Zeuge eines Unfalls. Der Motorradfahrer liegt auf der Straße und blutet. Nicht einmischen kommt für Tobias nicht in Frage. Die Polizei zu rufen wäre in solchem Moment hilfreich. Denn wenn man nicht sofort handelt, könnte es bereits zu spät für die jeweilige Person sein. Auch mit anderen Personen in nahen Umfeld kann Tobias die Situation lösen. Nichts tun und den Ort verlassen ist Unterlassene Hilfeleistung und ist Strafbar. Zudem wäre das einfach nur unmenschlich von einer Person, eine andere in Not alleine zu lassen.

Die Reaktion „Tobias geht auf den Motorradfahrer zu. Er fragt, ob der Motorradfahrer verletzt ist. Er bietet ihm seine Hilfe“ ist als sehr wirksam einzustufen.