Die Förderung der emotionalen Intelligenz (EQ) bei Kindern ist für mich eine echte Herzensangelegenheit. Ich als Mutter bin überzeugt, dass wir Kindern weit mehr mitgeben können als nur theoretisches Wissen: Durch interaktive Geschichten, spielerische Aufgaben und den wertvollen Austausch mit Bezugspersonen wie Eltern, Lehrern und Freunden lernen sie, ihre Gefühle zu verstehen. Mir liegt besonders am Herzen, das Zugehörigkeitsgefühl in Gruppen zu stärken, damit Kinder selbstbewusst und empathisch ihren Weg gehen können.

Mit eigenen Gefühlen umzugehen ist für Kinder ein ständiger Lernprozess, wobei sie häufig an ihre Grenzen stoßen. Im Alltag erleben Erwachsene, dass Kinder aus unterschiedlichen Gründen wütend, ärgerlich oder eifersüchtig werden und dabei sehr verschiedene Verhaltensweisen zeigen. Wenn sich diese Gefühle in heftigen Ausbrüchen entladen, wird es für alle Beteiligten zu einer großen Herausforderung. Was soll man tun? Lässt man seine schlechten Gefühle heraus, wird man oft abgewertet oder bestraft. Schiebt man sie weg und verdrängt sie, braucht es allerhand, um sie herunterzuschlucken. Es ist nicht leicht zu erlernen, angemessen und verantwortungsvoll damit umzugehen, ohne andere zu verletzen oder ihnen wehzutun. Und trotzdem ganz bei sich zu bleiben.

Gesichtsausdrücke (5-7 Jahre)

Aufgabe: Finde das Gesicht, das die gesuchte Emotion am ehesten zum Ausdruck bringt.
Trauer (traurig, verzweifelt)

a. b. c. d.

Angst (ängstlich, ein Angsthase, entsetzt, erschrocken, jemand, der sich fürchtet)

a. b. c. d.
Lösungen: 1. b) 2. c)

Umgang mit eigenen Emotionen (8–10 Jahre)

Aufgabe: Versetze dich einmal in die Situation und überlege es dir, was du denken und wie du in folgenden Situationen reagieren würdest. Versuche, dich in einer oder mehreren Reaktionen wiederzufinden und zu entscheiden, wie sehr jede der Reaktionen zum Lösen des Problems beitragen würde. Bitte wähle eine Antwortmöglichkeit.

1. Du hast angefangen, in einem Turnverein zu trainieren. Beim Training hattest du viel Spaß, aber danach warst du völlig erschöpft und hattest Muskelkater. Wie reagierst du?

a) Du gehst zum Training nur dann, wann du Zeit hast und gut gelaunt bist.
b) Du lässt es lieber ganz sein. Aber immerhin toll, dass du es versucht hast.
c) Du entscheidest dich, regelmäßig zu trainieren, egal wie groß der Muskelkater ist.
d) Du fängst langsam an und steigerst allmählich deine Leistung, damit sich dein Körper an das regelmäßige Training anpassen kann.

2. Deine Lehrerin gibt dir eine Aufgabe als Führer des Klassenbuchs, die sie nur dir zutraut und keinem anderen aus deiner Klasse. Wie reagierst du?

a) Du fühlst dich geschmeichelt und erledigst die Aufgabe nach deinem besten
Wissen und Gewissen.
b) Du denkst: „Ich darf meiner Lehrerin nicht zeigen, dass ich mehr als meine
Mitschüler kann. Sonst bekomme ich ja noch mehr Aufgaben.“
c) Du ärgerst dich, aber erledigst die Aufgabe.
d) Du versuchst, nur einen Teil dieser Aufgabe zu erledigen.

3. Du willst aus 24 alten Klo-Papprollen einen Adventskalender basteln, stellst aber fest, dass du dich überschätzt hast. Diese Aufgabe muss aber bis zum 1. Dezember erledigt werden. Was machst du?

a) Du ärgerst dich und schmeißt die Aufgabe hin.
b) Du fragst deine Eltern oder Freunde, ob sie dir bei der Aufgabe helfen können.
c) Du machst dir Vorwürfe und überlegst dir, was du machen kannst.
d) Du bittest deinen Freund, die Aufgabe zu übernehmen.

4. Deine Freundin ist der Meinung, dass dein neues Kapuzenshirt hässlich ist, du findest aber dein Kapuzenshirt aber schön. Was tust du?

a) Du sagst deiner Freundin: „Das ist deine Sicht. Ich mag mein Kapuzenshirt.“
b) Du fühlst dich minderwertig und ziehst dieses Kapuzenshirt nie wieder an.
c) Du sagst deiner Freundin, dass du ihre Kleidung auch hässlich findest.
d) Du sagst zu deiner Freundin: „Entschuldige, aber ich bin nicht deiner Meinung.“

Lösungen: 1. d) 2. a) 3. b) 4. a)

Emotionen einordnen (11-12 Jahre)

Aufgabe: Versetze dich einmal in die jeweilige Situation und überlege dir, was du denken würdest und wie du reagieren würdest. Versuche, dich in einer Emotionsbeschreibung wiederzufinden.

1. Die 12-jährige Anna liegt in der Badewanne. Leider hat sie vergessen, die Tür abzuschließen. Ihr Zwillingsbruder Maik betritt das Badezimmer, ohne zu wis- sen, dass Anna da ist.

Was glaubst du, wie sich Anna fühlt?

a) sie ist beleidigt
b) sieisttraurig
c) sie schämt sich

2. Die Mutter der kleinen Frieda klagt immer wieder, dass sie seit ihrer Geburt krank ist und jede Freude am Leben verloren hat. Mütterliche Geborgenheit hat Frieda dadurch leider nicht erfahren. Die Abwesenheit des Vaters, der die Familie kurz nach ihrer Geburt verlassen hat, verstärkte dieses Gefühl.

Was glaubst du, wie sich Frieda fühlt?

a) sie ist aufgeregt
b) sieistratlos
c) sie hat Sehnsucht nach Geborgenheit

3. Nachdem Elsa und ihre Mutter wegen einer kleinen Operation im Krankenhaus übernachten mussten, waren sie froh, wieder nach Hause zu kommen. Doch der Schreck war groß; in ihre Wohnung war eingebrochen worden. Es war zwar nicht viel gestohlen worden, aber seitdem schliefen alle nachts schlecht und wachten aus Angst vor Einbrechern bei jedem Knacksen auf.

Welches Gefühl war bei Elsa und ihrer Mutter zerstört?

a) Freude
b) Einsamkeit
c) Sicherheit

4. Die Mutter von Jenny leidet an einer schweren Depression, und Jenny kann kaum mit ihr reden. Bei Kummer wird sie nicht getröstet, ihren Ärger oder Wut kann ihre Mutter nicht verstehen. Das Mädchen findet in ihrer Mutter kein spie- gelndes Gegenüber und kein Vorbild für ihr Gefühlsleben.

Was glaubst du, was Jennys Mutter fühlt?

a) Müdigkeit
b) innereLeere
c) Erschöpfung

Lösungen: 1. c) 2. c) 3. c) 4. b)